Landeskommandant Christoph Schmid kritisiert Autonomiereform, Olympia-Darstellung und politische Mutlosigkeit – Ehrenmajore ernannt

Mit deutlichen Worten hat der Südtiroler Schützenbund bei seiner 61. Ordentlichen Bundesversammlung in Bozen mehr politische Führung, mehr Einsatz für die Einheit Tirols und eine unmissverständliche Verteidigung der Autonomie eingefordert. Landeskommandant Christoph Schmid sprach von einem Land, das zunehmend führungs- und orientierungslos wirke, während Bundesgeschäftsführer Egon Zemmer eine kämpferische Bilanz eines arbeitsreichen Schützenjahres zog.

BOZEN – Am Samstag, den 18. April 2026, hielt der Südtiroler Schützenbund im Waltherhaus seine 61. Ordentliche Bundesversammlung ab. Im Mittelpunkt standen die politische Lage Südtirols, der Schutz der Autonomie, die Bedeutung des Ehrenamtes sowie der Rückblick auf ein intensives Vereinsjahr.

Landeskommandant Christoph Schmid fand in seiner Grundsatzrede klare Worte. Südtirol leide zunehmend an fehlender Haltung, fehlender Richtung und mangelndem politischen Mut. Ein Land könne nicht auf Dauer verwaltet statt gestaltet werden, gerade eine Minderheit brauche Führungspersönlichkeiten, die Schutzmechanismen, Sprache und Identität entschlossen verteidigten. Besonders kritisch bewertete Schmid die aktuelle Diskussion um die Autonomiereform. Für eine Minderheit sei nichts „bloß technisch“, wenn dadurch Errungenschaften verwässert und zentrale Schutzinstrumente infrage gestellt würden.

Scharf fiel auch die Kritik an Entwicklungen rund um die Olympischen Spiele aus. Es sei bezeichnend, dass der Schützenbund selbst darauf hinweisen musste, dass Südtirol nach außen vielfach nur mit „Anterselva“ und nicht mit Antholz dargestellt wurde. Schmid warnte davor, Sprache, Herkunft und Identität dem internationalen Marketing unterzuordnen. Ebenso mahnte er, Südtirol blicke politisch zu oft nach Rom und zu wenig nach Wien. Das Vaterland Österreich sei keine Randnotiz, sondern Teil von Geschichte, Rechtsgrundlage und Selbstverständnis des Landes.

Der Südtiroler Schützenbund habe, so Schmid, im vergangenen Jahr wiederholt Missstände benannt, Fehlentwicklungen aufgezeigt und dort Haltung bewiesen, wo andere schwiegen. Die Schützen seien kein Randphänomen, sondern Teil der sozialen Mitte des Landes. Gerade deshalb forderte der Landeskommandant mit Nachdruck:

„Dieses Land braucht wieder Führung. Dieses Land braucht wieder Orientierung. Dieses Land braucht wieder den Mut zur eigenen Identität.“

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    Podcast, Südtirol, SSB, Schützen, Tirol, Schützenbund, Freiheit, Unabhängigkeit, Christoph Schmid, Bundesversammlung, Bozen
    • Type: Original
    • Release Date: 04/18/2026 5:00 PM
    • Innsbruck, Austria