Warum brauchen die modernen Klaviere heute als Standard ein drittes Pedal? Was macht dieses dritte Pedal eigentlich? In der Regel schiebt sich beim Betätigen dieses Pedals ein Streifen aus dünnem Filz zwischen die Klavierhämmer und die Saiten. Diese Filzstreifen soll das Klavier leiser machen. Gleichzeitig macht der den grellen und allzu lauten Klavierklang etwas moderater. Das heißt aber im Klartext, dass die Klavierhersteller Instrumente mit einem derart schlechten Klang anbieten, dass dieser nun in seiner Klangwirkung reduziert werden muss. Aus meiner Sicht ist dies das höchste Vergehen gegen eines der wichtigsten Erfolgskriterien auf dem Weg vom Hammerclavir zum Pianoforte. Denn erst über 100 Jahre nach der Erfindung der Hammermechanik kam der Filz auf die Klavierhämmer

300-jahre-klavier.de/geschichte.html

Mit der nun wesentlich vergrößerten Auftreff-Fläche auf die Saiten veränderte sich der Klavierklang grundlegend. Aus dem bislang noch recht unschönen Klang wurde ein grundtöniger Wohlklang. Dieser Meilenstein aus der Sicht der Klavierentwickler war dafür verantwortlich, dass nachfolgend das Pianoforte einen gigantischen Siegeszug durch die bürgerliche Welt antreten konnte, der erstmals von der Erfindung des Radios gestoppt wurde, dessen Verbreitung die Nazis massiv gefördert haben.

In diesem Beispiel hören Sie den Klavierklang bei eingeschaltetem Moderator.

Der Moderator ist übrigens die bis 2012 von den deutschen Klavierherstellern unterstützte Version des so genannten Silent Pianos, da die deutschen Klavierbauer traditionell ein Problem mit der Elektronik haben. Die Elektronik ist der Feind, der Konkurrent. Dabei könnte die Elektronik ein Partner sein, um für die Nutzer Mehrwert zu schaffen. Sich mit der Lautstärke an seine Umgebung anzupassen ist in dünnwändigen Wohnungen absolut zeitgemäß und ermöglicht vielen Freunden der Klaviermusik, dass sie eben nicht auf ihr geliebtes Piano verzichten müssen. Wer also für seine Umgebung unhörbar spielen will oder muss, aber dennoch die gewohnte Anschlagsdynamik beibehalten möchte, für den ist die richtige Wahl das Silent Piano. Bei Wikipedia steht zwar, dass diese Technologie von Yamaha entwickelt worden ist. Aber das kann man dort nur schreiben, da man den eigentlichen Erfinder, den englischen Klavierbauer Kemble übernommen und dessen Fabriktore bereits geschlossen hat. Yamaha hat diese Technologie aber erfolgreich vermarktet und auf weitere Instrumentengruppen übertragen

de.yamaha.com/de/about_yamaha/...product_history

Das Silent Piano war das erste Klavier der neuen Kategorie des Hybrid-Pianos

hybrid-piano.de

Es behinhaltet sowohl ein echtes akustisches Klavier als auch ein Keyboard - und zwar das einzige Keyboard mit einem richtigen Klavieranschlag, da man weiterhin beim Herunterdrücken der Taste eine Klaviermechanik bewegt, auch wenn man diese mittels Stummschaltung nicht mehr hört. Unter der Taste wird ein elektronischer Kontakt geschlossen, und nachfolgend kann man mit Kopfhörer für die Umgebung unhörbar spielen.

Bitte beachten Sie, dass sämtliche Hörbeispiele der Klavierstimmerei Praeludio durch das Copyright geschützt sind: praeludio.de/impressum.html#copyright

    Klavierklang, brillanter Klang, Moderator, drittes Pedal
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