Es war einmal ein König, der so gar nicht wie ein König wirkte. Sein Name: Graff Zeppelin Karim, frisch 55 Jahre alt, aber mit der Energie eines hyperaktiven 20‑Jährigen, der gerade seinen ersten Technotrack entdeckt hat. Während andere in seinem Alter über Rückenschmerzen klagten, klagte Karim höchstens darüber, dass der DJ schon wieder nicht hart genug auflegt.

Karim regierte kein klassisches Königreich. Nein, sein Reich bestand aus blinkenden Lichtern, vibrierenden Böden und einem Club, der so legendär war, dass selbst Google Maps ihn nur mit „unbekannte Zone – Betreten auf eigene Gefahr“ markierte. Sein Name: Egno.

Doch ein König feiert nicht allein. In seinem Leben gab es zwei Gestalten, die jede Nacht zu einem Abenteuer machten:

  1. Jusof – Der Mann, der nach Geld roch
    Jusof war nicht reich. Er war überreich. Der Typ schmiss 50‑Euro-Scheine durch den Club, als wären es Konfetti. Manche behaupteten, er hätte einmal aus Versehen einen Ventilator mit Geld gefüttert, nur um zu sehen, wie es aussieht. Andere sagten, er dusche mit Scheinen. Sicher war nur: Wenn Jusof auftauchte, hörte man irgendwo im Raum jemanden rufen:
    „Deckung! Es regnet wieder!“

  2. Dr. Professor Harfe – Der Mann, der ab einem gewissen Pegel alles ist
    Nüchtern war er einfach ein netter Typ.
    Leicht angetrunken wurde er philosophisch.
    Und ab einem gewissen Zustand — egal ob Alkohol, Kräuter oder einfach nur zu viel Bass — verwandelte er sich in Dr. Professor Harfe.

Warum Harfe? Niemand wusste es. Vielleicht, weil er dann plötzlich anfing, imaginäre Saiten in der Luft zu zupfen. Vielleicht, weil er in diesem Zustand nur noch in melodischen Halbsätzen sprach. Vielleicht, weil er einmal versucht hatte, den DJ-Pult als Musikinstrument zu benutzen.
Aber eines war klar: Wenn Dr. Professor Harfe erschien, wurde die Nacht interessant.

Doch König Karim ließ sich nicht beirren
Während um ihn herum Geldregen, Luft-Harfen und Chaos herrschten, blieb Karim unbeeindruckt.
Er tanzte.
Er vibrierte.
Er lebte.

„Ich hab noch andere tolle Freunde!“, rief er einmal über die Musik hinweg, während er mit einem Drink in der Hand und einem Lächeln im Gesicht durch die Menge schwebte.

Und tatsächlich: Jeder im Club war sein Freund. Der Türsteher, der DJ, die Barfrau, der Typ, der seit drei Stunden versuchte, sein Bier zu öffnen — alle liebten König Karim. Denn er brachte etwas mit, das man nicht kaufen konnte: pure Lebensfreude.

Und so geht die Legende weiter
Bis heute erzählt man sich im Jusof, dass König Graff Zeppelin Karim niemals müde wird.
Dass er mit 55 feiert wie mit 20.
Dass er lacht, tanzt und lebt, als gäbe es keinen Morgen.

Und vielleicht — nur vielleicht — stimmt das sogar.

Denn manche Könige tragen Kronen.
Andere tragen Bass.



    Other, After Work, Experimentell, Oldschool Techno, Underground
    • 124 bpm
    • Key: Gm
    • Frankfurt am Main, Deutschland