>>> ARTIKEL MIT VERSCHRIFTLICHUNG DES INTERVIEWS AUF UNSERER WEBSEITE: banater-schwaben-heilbronn.de/...nk-interview-19

Frankfurt an der Oder sollte nun die neue Heimat für meine Ur-Großmutter und die anderen Frauen aus ihrer Gruppe werden. So wurde es ihnen gesagt, sie können nicht mehr zurück ins Banat. Der Winter stand bevor. Zunächst war es also gut, dass man ein Dach über dem Kopf hatte und auch auf Versorgung hoffen konnte. Diese war aber kaum ausreichend. Das ganze Land war noch im Aufbau, die Wirtschaft lag brach und der Ackerbau kam langsam wieder in die Gänge. Es war äußerst schwierig die Bevölkerung vor allem in den Anfangsjahren nach dem Krieg überhaupt zu versorgen, geschweige denn zusätzliche Neuankömmlige. Stück für Stück wurde es besser. Katharina Frank und die anderen Frauen durften im Wald nach Feuerholz suchen, um dies für die Beheizung ihrer Notunterkunft nutzen zu können. Die Erlaubnis galt jedoch nur für Büsche und Sträucher. Damit kann man kein wirkliches Feuer machen und auch nicht wirklich kochen. Im Wald fanden die Frauen aber auch größere bis sehr große Holzstücke, die sie mit ins neue Heim brachten. Und zwar so viel, dass nun für die Wintermonate gesorgt war. Das war der gute Teil. Nicht so gut war, dass dieses Holz als Bauholz vorgesehen war und jemand anderem gehörte. Wieder sind die Banater Frauen in ein Fettnäpfchen getreten und meine Ur-Großmutter musste mit den anderen erneut beim Bürgermeister antreten. Es war einerseits ein Missverständnis, andererseits auch eine Tat aus der Not. Man hatte gelernt zu überleben. Die Frauen hatten schließlich auch das Schmieden ihrer Pläne für die selbstverständlich stattfindende Rückreise abgeschlossen. Es bestand bereits Briefkontakt und die Frauen erfuhren, dass schon einige Verschleppte illegal über die Grenzen zurückgekehrt sind. Sobald der nächste Frühling kommt, sollte es los gehen.

>>> ARTIKEL MIT VERSCHRIFTLICHUNG DES INTERVIEWS AUF UNSERER WEBSEITE: banater-schwaben-heilbronn.de/...nk-interview-19



    Other