<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:podcast="https://podcastindex.org/namespace/1.0" xmlns:feedburner="http://rssnamespace.org/feedburner/ext/1.0" version="2.0">
    <channel>
        <atom:link href="https://hearthis.at/rene-mischel/set/vorbemerkungen-zum-anstehenden-projekt-mach-mal-eben/podcast/" rel="self" type="application/rss+xml"/>
        <lastBuildDate>Thu, 13 Aug 2026 14:41:23 +0200</lastBuildDate>
        <ttl>60</ttl>
        <title><![CDATA[Vorbemerkungen zum anstehenden Projekt]]></title>

        <link>https://hearthis.at/rene-mischel/set/vorbemerkungen-zum-anstehenden-projekt-mach-mal-eben/</link>
    	<copyright><![CDATA[© 2026 DJ Ph@ttman]]></copyright>

		<itunes:subtitle><![CDATA[Vorbemerkungen zum anstehenden Projekt]]></itunes:subtitle>

		<itunes:author><![CDATA[DJ Ph@ttman]]></itunes:author>

		<itunes:summary><![CDATA[# „In 2 Minuten fertig?“
## Was hinter einem KI-gestützten Musikprojekt tatsächlich steckt
### Ein persönlicher Einblick in den kreativen Produktionsprozess von DJ Ph@ttman
Wenn Menschen heute hören, dass Musik mithilfe künstlicher Intelligenz entsteht, fällt schnell ein Satz wie:
„Das macht doch die KI.“
Oder:
„Mach mal eben.“
Oder sogar:
„Das dauert doch nur zwei Minuten.“
Technisch betrachtet kann eine KI tatsächlich innerhalb kurzer Zeit musikalisches Material erzeugen.
Doch zwischen einem ersten Impuls und einem veröffentlichungsfähigen Musikprojekt liegt weit mehr als ein einzelner Klick.
Bei einem vollständigen Albumprojekt mit etwa 10 bis 12 Tracks, Intro, Outro und gelegentlichen Hidden Tracks entstehen in meinem eigenen Workflow mittlerweile rund 60 Arbeitsstunden.
Dieses Handout soll zeigen, was in dieser Zeit tatsächlich passiert.

# 1. Die Idee kommt zuerst
Am Anfang steht kein Prompt.
Am Anfang steht ein Gedanke.
Ein Erlebnis.
Eine Beobachtung.
Ein Gefühl.
Manchmal eine persönliche Geschichte, manchmal ein gesellschaftliches Thema, manchmal nur ein Klang, den ich plötzlich im Kopf höre.
Aus diesem Impuls entsteht zunächst ein musikalisches Konzept.
Welche Stimmung soll das Projekt haben?
Welche Genres könnten zum Thema passen?
Soll es melancholisch, euphorisch, spirituell, tanzbar, experimentell oder cineastisch werden?
Welche Sprache trägt die Geschichte am besten?
Wie viel Text braucht der Song überhaupt?
Welche Stimmen, Instrumente und Sounds könnten Teil dieser Welt werden?
Noch bevor eine KI etwas erzeugt hat, sind bereits viele kreative Entscheidungen gefallen.

# 2. Ein Prompt ist nicht der Song
Ein Prompt kann eine Richtung formulieren.
Zum Beispiel:
Progressive Trance, emotional, 128 BPM, warme Stimme, Steel Guitar, große Melodie, überraschender Drop.
Aber diese Beschreibung ist noch kein fertiges Werk.
Denn ein Prompt entscheidet nicht automatisch:

welche erzeugte Version emotional funktioniert,
welche Melodie wirklich hängen bleibt,
welche Stimme zum Thema passt,
welcher Übergang zu lang oder zu kurz ist,
welche Pause Spannung erzeugt,
welcher Drop trägt,
welcher Sound stört,
welche Version glaubwürdig wirkt,
oder wann ein Track tatsächlich fertig ist.

Die KI erzeugt Möglichkeiten.
Die eigentliche kreative Arbeit besteht zu einem großen Teil darin, diese Möglichkeiten zu hören, zu beurteilen, auszuwählen, zu verwerfen, zu kombinieren und weiterzuentwickeln.

# 3. Der reale Produktionsablauf
Ein komplettes Projekt durchläuft bei mir ungefähr folgende Phasen:
### Konzeption

Idee oder Impuls entwickeln
Thema und Erzählrichtung bestimmen
mögliche Genres prüfen
Sprache und Sprachmischung festlegen
Verhältnis von Musik und Sprache bestimmen
gewünschte Tracklänge festlegen
Tempo und Tonarten planen
Grundstimmung und Instrumentarium definieren
wiederkehrende Motive und Albumdramaturgie entwickeln
Reihenfolge der Tracks planen

### Songentwicklung

Lyrics erstellen
musikalische Regieanweisungen ergänzen
Style-Prompt formulieren
Feineinstellungen festlegen
erste Versionen generieren
Versionen vollständig anhören
vergleichen und auswählen
unerwünschte Elemente erkennen
neue Varianten erzeugen
einzelne Songteile neu entwickeln
Übergänge überprüfen
finale Version auswählen

### Audiobearbeitung

fehlende Soundeffekte erstellen oder ergänzen
Tracks in der DAW bearbeiten
Übergänge schneiden und optimieren
Pegel kontrollieren
Klangbild prüfen
Mastering durchführen
Kontrollhören über Kopfhörer, Lautsprecher und andere Wiedergabesysteme
finale Dateien exportieren

### Visuelle Produktion

Coveridee für jeden Track entwickeln
quadratische Cover gestalten
Motive prüfen und gegebenenfalls neu erzeugen
Cover für vertikale Videoformate anpassen
zusätzliche Bildserien für Video-KI erstellen
Bild-zu-Bild-Übergänge planen
Video-KI-Clips erzeugen
einzelne Clips prüfen
Clips schneiden und zusammenfügen
Musik und Video synchronisieren

### Veröffentlichung

Trackbeschreibungen erstellen
Gesamtprojektbeschreibung verfassen
Trackliste aufbereiten
Metadaten kontrollieren
Album hochladen
ausgewählte Tracks für Social Media aufbereiten
Videos für TikTok, X oder YouTube erstellen
Texte, Beschreibungen und Veröffentlichungsformate anpassen
finale Uploadkontrolle durchführen

### Archivierung

Arbeitsdateien strukturieren
Versionen sinnvoll benennen
Audio, Bilder, Videos und Texte sichern
Projektdateien archivieren
Backups erstellen

Je nach Projekt kommen weitere Zwischenschritte hinzu.
Deshalb sind aus scheinbar wenigen Arbeitsschritten in der Praxis schnell 30, 40 oder mehr einzelne Entscheidungen und Bearbeitungsphasen geworden.

# 4. Warum entstehen so viele Versionen?
Eine der häufigsten Fehlannahmen lautet:
Wenn eine KI in wenigen Minuten mehrere Songs erzeugen kann, müsste das Projekt doch entsprechend schnell fertig sein.
Das Gegenteil kann passieren.
Je mehr Möglichkeiten entstehen, desto mehr muss entschieden werden.
Eine Version hat vielleicht die richtige Stimme, aber den falschen Drop.
Eine andere hat eine großartige Melodie, aber einen schwachen Aufbau.
Eine dritte besitzt einen perfekten Übergang, funktioniert aber emotional nicht.
Dann beginnt die eigentliche Arbeit:
Render. Anhören. Verwerfen. Wiederholen.
Nicht jede neue Version bedeutet, dass die vorherige schlecht war.
Oft bedeutet sie lediglich:
„Da steckt noch etwas drin.“

# 5. Auch kleine Details kosten Zeit
Manchmal wird eine komplette Version nicht wegen eines großen Fehlers verworfen.
Es kann eine einzige Snare sein.
Ein Hallraum.
Ein Vocal.
Ein zu langer Übergang.
Eine Kick.
Eine falsche Betonung.
Ein zu dichter Arrangementteil.
Vielleicht würde ein späterer Hörer diesen Unterschied niemals bewusst benennen.
Aber genau diese Details verändern das Gefühl eines Tracks.
Der Unterschied kann technisch minimal sein.
Künstlerisch kann er entscheidend sein.

# 6. Zeit ist kein Qualitätsbeweis
Ein wichtiger Punkt:
60 Arbeitsstunden machen ein Album nicht automatisch gut.
Ebenso wenig machen teure Programme oder moderne KI-Systeme ein Werk automatisch wertvoll.
Zeit, Geld und Technik sind keine Qualitätsgarantie.
Sie zeigen lediglich, dass ein kreativer Prozess aus deutlich mehr besteht als aus der Erzeugung einer Rohfassung.
Entscheidend bleibt:
Was wird ausgewählt?
Was wird verändert?
Was wird verworfen?
Welche Geschichte soll erzählt werden?
Und letztlich:
Was soll beim Hörer ankommen?

# 7. Auch KI-Musik kostet Geld
Die Vorstellung, KI-gestützte Musikproduktion sei grundsätzlich kostenlos, entspricht ebenfalls nicht meiner Realität.
Für meinen eigenen kreativen Arbeitsplatz habe ich ungefähr
3.000 Euro in Hardware, Software und technische Ausstattung investiert.
Hinzu kommen etwa
1.600 Euro laufende Kosten pro Jahr.
Dazu gehören unter anderem:

KI-Dienste und Serverkosten,
Software-Abonnements,
Musik- und Videoprogramme,
Speicher- und Cloudlösungen,
zusätzliche Kreativwerkzeuge,
Wartung und technische Infrastruktur.

Diese Zahlen machen die Musik nicht „besser“.
Sie zeigen lediglich:
Auch digitale Kreativität braucht Werkzeuge.

# 8. Warum investiere ich trotzdem?
Weil Musik für mich mehr ist als ein Produkt.
Ich investiere nicht in Technik, um möglichst schnell möglichst viel Content herzustellen.
Ich investiere, weil diese Technologien mir Möglichkeiten eröffnen, auf die ich lange gewartet habe.
Instrumente, Stimmen, Klangräume und Produktionsformen, die früher nur mit großen Studios, vielen Musikern oder erheblichem Budget erreichbar gewesen wären, können heute Teil meines eigenen kreativen Prozesses werden.
Ich kaufe damit keine Inspiration.
Ich schaffe einen Ort, an dem Inspiration hörbar werden kann.

# 9. Und dann verschenke ich die Musik
Ein weiterer scheinbarer Widerspruch:
Trotz Zeitaufwand, Investitionen und laufender Kosten stelle ich einen großen Teil meiner Musik kostenlos zur Verfügung.
Nicht weil sie keinen Wert hat.
Sondern weil Musik ihren Wert manchmal gerade darin entfaltet, dass sie jemanden erreicht.
Vielleicht tanzt jemand dazu.
Vielleicht fährt jemand nachts damit im Auto.
Vielleicht wird ein Track Teil einer Erinnerung.
Vielleicht hört jemand genau in einem bestimmten Moment genau das Stück, das ihm gerade guttut.
Der Produzent erfährt davon möglicherweise nie.
Aber diese Möglichkeit reicht mir.

# 10. Mensch und Maschine sind keine Gegner
Für mich geht es deshalb nicht um die Frage:
„Mensch oder KI?“
Sondern um:
„Was kann ein Mensch mit diesen Werkzeugen ausdrücken?“
Eine Maschine kann Klänge erzeugen.
Sie kann Varianten anbieten.
Sie kann enorme kreative Möglichkeiten bereitstellen.
Aber ein Mensch entscheidet:

welche Idee verfolgt wird,
welche Version bleibt,
was verändert wird,
welche Bedeutung ein Projekt bekommt,
wie es veröffentlicht wird,
und wofür er die Verantwortung übernimmt.

Das Werkzeug ist ein Teil des Prozesses.
Nicht der vollständige Prozess.

# 11. Die eigentliche Frage
Je leistungsfähiger kreative Technologien werden, desto wichtiger wird eine andere Frage.
Nicht:
„Wie schnell können wir etwas erzeugen?“
Sondern:
„Was wollen wir mit diesen Möglichkeiten erschaffen?“
Mehr Musik?
Mehr Bilder?
Mehr Content?
Oder etwas, das Bedeutung besitzt?
Vielleicht ist genau das die wichtigste kreative Aufgabe unserer Zeit:
Nicht einfach mehr zu produzieren.
Sondern bewusster auszuwählen.
Bewusster zu gestalten.
Und Technologie so einzusetzen, dass daraus etwas entsteht, das Menschen erreicht.

# Fazit
Ja.
Ein Computer kann in zwei Minuten Musik erzeugen.
Aber ein fertiges Musikprojekt besteht nicht nur aus der Erzeugung von Musik.
Es besteht aus:
Idee.
Konzept.
Auswahl.
Kritik.
Variation.
Sounddesign.
Bearbeitung.
Mastering.
Gestaltung.
Video.
Text.
Veröffentlichung.
Archivierung.
Und vor allem aus sehr vielen Entscheidungen.
Darum lautet meine Antwort auf:
### „Mach mal eben …“
nicht:
„Das geht nicht.“
Sondern:
### „Mach ich. Aber ich möchte, dass es etwas bedeutet.“

## DJ Ph@ttman
### MACH MAL. – The Invisible Hours
„Don't make it fast.
Don't make it perfect.
Make something that matters.“]]></itunes:summary>

		<description><![CDATA[# „In 2 Minuten fertig?“
## Was hinter einem KI-gestützten Musikprojekt tatsächlich steckt
### Ein persönlicher Einblick in den kreativen Produktionsprozess von DJ Ph@ttman
Wenn Menschen heute hören, dass Musik mithilfe künstlicher Intelligenz entsteht, fällt schnell ein Satz wie:
„Das macht doch die KI.“
Oder:
„Mach mal eben.“
Oder sogar:
„Das dauert doch nur zwei Minuten.“
Technisch betrachtet kann eine KI tatsächlich innerhalb kurzer Zeit musikalisches Material erzeugen.
Doch zwischen einem ersten Impuls und einem veröffentlichungsfähigen Musikprojekt liegt weit mehr als ein einzelner Klick.
Bei einem vollständigen Albumprojekt mit etwa 10 bis 12 Tracks, Intro, Outro und gelegentlichen Hidden Tracks entstehen in meinem eigenen Workflow mittlerweile rund 60 Arbeitsstunden.
Dieses Handout soll zeigen, was in dieser Zeit tatsächlich passiert.

# 1. Die Idee kommt zuerst
Am Anfang steht kein Prompt.
Am Anfang steht ein Gedanke.
Ein Erlebnis.
Eine Beobachtung.
Ein Gefühl.
Manchmal eine persönliche Geschichte, manchmal ein gesellschaftliches Thema, manchmal nur ein Klang, den ich plötzlich im Kopf höre.
Aus diesem Impuls entsteht zunächst ein musikalisches Konzept.
Welche Stimmung soll das Projekt haben?
Welche Genres könnten zum Thema passen?
Soll es melancholisch, euphorisch, spirituell, tanzbar, experimentell oder cineastisch werden?
Welche Sprache trägt die Geschichte am besten?
Wie viel Text braucht der Song überhaupt?
Welche Stimmen, Instrumente und Sounds könnten Teil dieser Welt werden?
Noch bevor eine KI etwas erzeugt hat, sind bereits viele kreative Entscheidungen gefallen.

# 2. Ein Prompt ist nicht der Song
Ein Prompt kann eine Richtung formulieren.
Zum Beispiel:
Progressive Trance, emotional, 128 BPM, warme Stimme, Steel Guitar, große Melodie, überraschender Drop.
Aber diese Beschreibung ist noch kein fertiges Werk.
Denn ein Prompt entscheidet nicht automatisch:

welche erzeugte Version emotional funktioniert,
welche Melodie wirklich hängen bleibt,
welche Stimme zum Thema passt,
welcher Übergang zu lang oder zu kurz ist,
welche Pause Spannung erzeugt,
welcher Drop trägt,
welcher Sound stört,
welche Version glaubwürdig wirkt,
oder wann ein Track tatsächlich fertig ist.

Die KI erzeugt Möglichkeiten.
Die eigentliche kreative Arbeit besteht zu einem großen Teil darin, diese Möglichkeiten zu hören, zu beurteilen, auszuwählen, zu verwerfen, zu kombinieren und weiterzuentwickeln.

# 3. Der reale Produktionsablauf
Ein komplettes Projekt durchläuft bei mir ungefähr folgende Phasen:
### Konzeption

Idee oder Impuls entwickeln
Thema und Erzählrichtung bestimmen
mögliche Genres prüfen
Sprache und Sprachmischung festlegen
Verhältnis von Musik und Sprache bestimmen
gewünschte Tracklänge festlegen
Tempo und Tonarten planen
Grundstimmung und Instrumentarium definieren
wiederkehrende Motive und Albumdramaturgie entwickeln
Reihenfolge der Tracks planen

### Songentwicklung

Lyrics erstellen
musikalische Regieanweisungen ergänzen
Style-Prompt formulieren
Feineinstellungen festlegen
erste Versionen generieren
Versionen vollständig anhören
vergleichen und auswählen
unerwünschte Elemente erkennen
neue Varianten erzeugen
einzelne Songteile neu entwickeln
Übergänge überprüfen
finale Version auswählen

### Audiobearbeitung

fehlende Soundeffekte erstellen oder ergänzen
Tracks in der DAW bearbeiten
Übergänge schneiden und optimieren
Pegel kontrollieren
Klangbild prüfen
Mastering durchführen
Kontrollhören über Kopfhörer, Lautsprecher und andere Wiedergabesysteme
finale Dateien exportieren

### Visuelle Produktion

Coveridee für jeden Track entwickeln
quadratische Cover gestalten
Motive prüfen und gegebenenfalls neu erzeugen
Cover für vertikale Videoformate anpassen
zusätzliche Bildserien für Video-KI erstellen
Bild-zu-Bild-Übergänge planen
Video-KI-Clips erzeugen
einzelne Clips prüfen
Clips schneiden und zusammenfügen
Musik und Video synchronisieren

### Veröffentlichung

Trackbeschreibungen erstellen
Gesamtprojektbeschreibung verfassen
Trackliste aufbereiten
Metadaten kontrollieren
Album hochladen
ausgewählte Tracks für Social Media aufbereiten
Videos für TikTok, X oder YouTube erstellen
Texte, Beschreibungen und Veröffentlichungsformate anpassen
finale Uploadkontrolle durchführen

### Archivierung

Arbeitsdateien strukturieren
Versionen sinnvoll benennen
Audio, Bilder, Videos und Texte sichern
Projektdateien archivieren
Backups erstellen

Je nach Projekt kommen weitere Zwischenschritte hinzu.
Deshalb sind aus scheinbar wenigen Arbeitsschritten in der Praxis schnell 30, 40 oder mehr einzelne Entscheidungen und Bearbeitungsphasen geworden.

# 4. Warum entstehen so viele Versionen?
Eine der häufigsten Fehlannahmen lautet:
Wenn eine KI in wenigen Minuten mehrere Songs erzeugen kann, müsste das Projekt doch entsprechend schnell fertig sein.
Das Gegenteil kann passieren.
Je mehr Möglichkeiten entstehen, desto mehr muss entschieden werden.
Eine Version hat vielleicht die richtige Stimme, aber den falschen Drop.
Eine andere hat eine großartige Melodie, aber einen schwachen Aufbau.
Eine dritte besitzt einen perfekten Übergang, funktioniert aber emotional nicht.
Dann beginnt die eigentliche Arbeit:
Render. Anhören. Verwerfen. Wiederholen.
Nicht jede neue Version bedeutet, dass die vorherige schlecht war.
Oft bedeutet sie lediglich:
„Da steckt noch etwas drin.“

# 5. Auch kleine Details kosten Zeit
Manchmal wird eine komplette Version nicht wegen eines großen Fehlers verworfen.
Es kann eine einzige Snare sein.
Ein Hallraum.
Ein Vocal.
Ein zu langer Übergang.
Eine Kick.
Eine falsche Betonung.
Ein zu dichter Arrangementteil.
Vielleicht würde ein späterer Hörer diesen Unterschied niemals bewusst benennen.
Aber genau diese Details verändern das Gefühl eines Tracks.
Der Unterschied kann technisch minimal sein.
Künstlerisch kann er entscheidend sein.

# 6. Zeit ist kein Qualitätsbeweis
Ein wichtiger Punkt:
60 Arbeitsstunden machen ein Album nicht automatisch gut.
Ebenso wenig machen teure Programme oder moderne KI-Systeme ein Werk automatisch wertvoll.
Zeit, Geld und Technik sind keine Qualitätsgarantie.
Sie zeigen lediglich, dass ein kreativer Prozess aus deutlich mehr besteht als aus der Erzeugung einer Rohfassung.
Entscheidend bleibt:
Was wird ausgewählt?
Was wird verändert?
Was wird verworfen?
Welche Geschichte soll erzählt werden?
Und letztlich:
Was soll beim Hörer ankommen?

# 7. Auch KI-Musik kostet Geld
Die Vorstellung, KI-gestützte Musikproduktion sei grundsätzlich kostenlos, entspricht ebenfalls nicht meiner Realität.
Für meinen eigenen kreativen Arbeitsplatz habe ich ungefähr
3.000 Euro in Hardware, Software und technische Ausstattung investiert.
Hinzu kommen etwa
1.600 Euro laufende Kosten pro Jahr.
Dazu gehören unter anderem:

KI-Dienste und Serverkosten,
Software-Abonnements,
Musik- und Videoprogramme,
Speicher- und Cloudlösungen,
zusätzliche Kreativwerkzeuge,
Wartung und technische Infrastruktur.

Diese Zahlen machen die Musik nicht „besser“.
Sie zeigen lediglich:
Auch digitale Kreativität braucht Werkzeuge.

# 8. Warum investiere ich trotzdem?
Weil Musik für mich mehr ist als ein Produkt.
Ich investiere nicht in Technik, um möglichst schnell möglichst viel Content herzustellen.
Ich investiere, weil diese Technologien mir Möglichkeiten eröffnen, auf die ich lange gewartet habe.
Instrumente, Stimmen, Klangräume und Produktionsformen, die früher nur mit großen Studios, vielen Musikern oder erheblichem Budget erreichbar gewesen wären, können heute Teil meines eigenen kreativen Prozesses werden.
Ich kaufe damit keine Inspiration.
Ich schaffe einen Ort, an dem Inspiration hörbar werden kann.

# 9. Und dann verschenke ich die Musik
Ein weiterer scheinbarer Widerspruch:
Trotz Zeitaufwand, Investitionen und laufender Kosten stelle ich einen großen Teil meiner Musik kostenlos zur Verfügung.
Nicht weil sie keinen Wert hat.
Sondern weil Musik ihren Wert manchmal gerade darin entfaltet, dass sie jemanden erreicht.
Vielleicht tanzt jemand dazu.
Vielleicht fährt jemand nachts damit im Auto.
Vielleicht wird ein Track Teil einer Erinnerung.
Vielleicht hört jemand genau in einem bestimmten Moment genau das Stück, das ihm gerade guttut.
Der Produzent erfährt davon möglicherweise nie.
Aber diese Möglichkeit reicht mir.

# 10. Mensch und Maschine sind keine Gegner
Für mich geht es deshalb nicht um die Frage:
„Mensch oder KI?“
Sondern um:
„Was kann ein Mensch mit diesen Werkzeugen ausdrücken?“
Eine Maschine kann Klänge erzeugen.
Sie kann Varianten anbieten.
Sie kann enorme kreative Möglichkeiten bereitstellen.
Aber ein Mensch entscheidet:

welche Idee verfolgt wird,
welche Version bleibt,
was verändert wird,
welche Bedeutung ein Projekt bekommt,
wie es veröffentlicht wird,
und wofür er die Verantwortung übernimmt.

Das Werkzeug ist ein Teil des Prozesses.
Nicht der vollständige Prozess.

# 11. Die eigentliche Frage
Je leistungsfähiger kreative Technologien werden, desto wichtiger wird eine andere Frage.
Nicht:
„Wie schnell können wir etwas erzeugen?“
Sondern:
„Was wollen wir mit diesen Möglichkeiten erschaffen?“
Mehr Musik?
Mehr Bilder?
Mehr Content?
Oder etwas, das Bedeutung besitzt?
Vielleicht ist genau das die wichtigste kreative Aufgabe unserer Zeit:
Nicht einfach mehr zu produzieren.
Sondern bewusster auszuwählen.
Bewusster zu gestalten.
Und Technologie so einzusetzen, dass daraus etwas entsteht, das Menschen erreicht.

# Fazit
Ja.
Ein Computer kann in zwei Minuten Musik erzeugen.
Aber ein fertiges Musikprojekt besteht nicht nur aus der Erzeugung von Musik.
Es besteht aus:
Idee.
Konzept.
Auswahl.
Kritik.
Variation.
Sounddesign.
Bearbeitung.
Mastering.
Gestaltung.
Video.
Text.
Veröffentlichung.
Archivierung.
Und vor allem aus sehr vielen Entscheidungen.
Darum lautet meine Antwort auf:
### „Mach mal eben …“
nicht:
„Das geht nicht.“
Sondern:
### „Mach ich. Aber ich möchte, dass es etwas bedeutet.“

## DJ Ph@ttman
### MACH MAL. – The Invisible Hours
„Don't make it fast.
Don't make it perfect.
Make something that matters.“]]></description>

		<itunes:owner>

		<itunes:name><![CDATA[DJ Ph@ttman]]></itunes:name>
		
		
		<itunes:email>contact@hearthis.at</itunes:email>
		
		</itunes:owner>
		
		<language>en-EN</language>
		<itunes:image href="https://img.hearthis.at/1/4/6/_/uploads/10969032/image_set/555844/w1400_h1400_q70_ptrue_v2_m1786624522----cropped_1786624515641.jpg?m=1786624522" />
        <image>
          <link>https://hearthis.at/rene-mischel/set/vorbemerkungen-zum-anstehenden-projekt-mach-mal-eben/</link>
          <title>Vorbemerkungen zum anstehenden Projekt</title>
          <url>https://img.hearthis.at/1/4/6/_/uploads/10969032/image_set/555844/w1400_h1400_q70_ptrue_v2_m1786624522----cropped_1786624515641.jpg?m=1786624522</url>
        </image>
		<itunes:explicit>no</itunes:explicit>
		<category><![CDATA[Music]]></category>
		<itunes:category text="Music"/>
		<itunes:keywords><![CDATA[Music]]></itunes:keywords>
		


    </channel>
</rss>