{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"hearthis.at","provider_url":"https:\/\/hearthis.at","height":"150","width":"100%","title":"Sei doch einfach mal ein netter Mensch","description":"**SEI DOCH EINFACH MAL EIN NETTER MENSCH**\r\nEin 432-Hz-Alltags-Endzeit-Rave von DJ Ph@ttman\r\n\r\nEs begann nicht mit einer Revolution.\r\nNicht mit einem Manifest.\r\nNicht mit einem Feuerwerk \u00fcber einer Gro\u00dfstadt, nicht mit einem philosophischen Buch, nicht einmal mit einem besonders dramatischen Gitarrenriff.\r\n\r\nEs begann an einer Fleischtheke.\r\n\r\nMit einer freundlichen Bedienung.\r\nMit einer Kundin, die offenbar schon beim Aufstehen beschlossen hatte, der Welt heute pers\u00f6nlich \u00fcbel zu nehmen. Mit diesem ganz besonderen Blick, der aus einer harmlosen Frage wie \u201eDarf es ein bisschen mehr sein?\u201c binnen Sekunden eine internationale Krise macht. Und mit einem Satz, der so h\u00f6flich klingt, dass er beinahe gef\u00e4hrlicher ist als jede Beleidigung:\r\n\r\n\u201eSei doch einfach mal ein netter Mensch.\u201c\r\n\r\nDieser Satz ist das Herz dieses Projekts.\r\nEr ist Bitte, Mantra, Schutzschild, kleine soziale Notbremse und irgendwann nat\u00fcrlich auch ein sehr, sehr tanzbarer Ausl\u00f6ser f\u00fcr den kompletten Acid-Zusammenbruch.\r\n\r\nDenn \u201eSei Doch Einfach Mal Ein Netter Mensch\u201c ist kein Album \u00fcber perfekte Menschen. Es ist ein Album \u00fcber jene Momente, in denen man selbst freundlich bleiben m\u00f6chte, w\u00e4hrend um einen herum jemand einen Einkaufswagen wie ein Belagerungsger\u00e4t schiebt, eine Tasche einen Sitzplatz verteidigt, als w\u00e4re sie im Grundbuch eingetragen, oder eine Person an der Kasse drei Minuten lang so tut, als h\u00e4tte sie gerade das Ende der Zivilisation erlebt.\r\n\r\nUnd genau dort betritt DJ Ph@ttman die B\u00fchne: nicht als moralischer Zeigefinger mit erhobenem Bassfinger, sondern als audiovisueller Chronist des kleinen Wahnsinns. Als Erz\u00e4hler jener winzigen Alltagskriege, die objektiv l\u00e4cherlich sind \u2014 und sich in dem Moment trotzdem anf\u00fchlen wie der letzte Bosskampf eines sehr schlechten Computerspiels.\r\n\r\nDieses Projekt nimmt die schlechte Laune nicht klein. Es nimmt sie ernst genug, um sie gro\u00df zu machen. So gro\u00df, dass sie am Ende als leuchtende, gl\u00e4serne Formelw\u00fcrfel durch ein pink-blau-lilafarbenes Universum schweben darf. So gro\u00df, dass Kassenpiepser, Druckerfehler, Stra\u00dfenbahnansagen, Blinker-Ticken, Wartemarken und Einkaufswagenrollen zu Instrumenten werden. So gro\u00df, dass ein Satz wie \u201eBitte legen Sie die Ware in den Ablagebereich\u201c pl\u00f6tzlich klingt, als h\u00e4tte eine futuristische Zivilisation ihren letzten Funkspruch gesendet.\r\n\r\nMusikalisch ist dieses Album ein bewusst hemmungsloser Zusammensto\u00df aus Surf Punk, Garage Rock, Meme Techno, Electro-Punk, Ska, Dark Cabaret, Industrial Pop, Breakbeats, Acid, 303-Wahnsinn und Festival-Rave. Jede Alltagsszene bekommt ihren eigenen Soundtrack, ihre eigene B\u00fchne und ihre eigene v\u00f6llig \u00fcbertriebene W\u00fcrde.\r\n\r\nDie Fleischtheke wird zur Punk-Arena.\r\nKasse drei wird zum dystopischen Techno-Bunker.\r\nDas Gro\u00dfraumb\u00fcro verwandelt sich in eine kalte Post-Punk-Fabrik aus CC-Mails, Kalenderwarnungen und passiv-aggressivem \u201eHast du mal ganz kurz?\u201c.\r\nDie Stra\u00dfenbahn wird zur Ska-Punk-Schlacht um einen Sitzplatz.\r\nDas Amt bekommt einen Acid-Walzer.\r\nDer Verkehr rast mit Breakbeats durch den Kreisverkehr.\r\nUnd der Drucker \u2014 ja, der Drucker \u2014 wird zur tragischen Hauptfigur eines minimalistischen B\u00fcro-Industrial-Dramas, weil auch Maschinen irgendwann nur noch \u201ePapierstau\u201c sagen k\u00f6nnen.\r\n\r\nZwischen all dem L\u00e4rm gibt es aber immer wieder diese kleinen, fast z\u00e4rtlichen Momente: jemand macht Platz. Jemand sagt Entschuldigung. Jemand l\u00e4sst einen anderen vor. Jemand merkt, dass auf der anderen Seite der Situation nicht \u201eder Idiot\u201c, sondern ein Mensch steht, der vielleicht einfach ebenfalls einen schlechten Tag hat.\r\n\r\nAber nat\u00fcrlich h\u00e4lt diese Erkenntnis nie lange.\r\n\r\nDenn irgendwo klingelt wieder eine Stra\u00dfenbahn.\r\nIrgendjemand schreibt \u201eBitte antworten bis gestern\u201c.\r\nIrgendwo sitzt erneut ein Rucksack auf einem Sitzplatz.\r\nUnd dann meldet sich die TB-303 mit der emotionalen Stabilit\u00e4t eines kaputten Toasters zur\u00fcck.\r\n\r\nDas Album steigert sich deshalb bewusst von der h\u00f6flichen Beobachtung \u00fcber den charmant-bissigen Kommentar bis zum vollst\u00e4ndigen Festival-Abriss. Der gro\u00dfe Finaltrack \u201eSei Doch Einfach Mal Ein Netter Mensch \u2013 Du Arsch!\u201c ist dabei keine Einladung zur echten Feindseligkeit. Er ist der Moment, in dem alle gesammelten Mini-Frustrationen gemeinsam auf die Tanzfl\u00e4che d\u00fcrfen. Ein kollektiver, sarkastischer Befreiungsschrei. Ein Acid-Rave-Ventil f\u00fcr Menschen, die sehr lange sehr h\u00f6flich geblieben sind.\r\n\r\nUnd weil ein DJ-Ph@ttman-Projekt nat\u00fcrlich nicht einfach aufh\u00f6ren kann, wenn es schon l\u00e4ngst aufgeh\u00f6rt hat, folgt mit \u201eNachspielzeit F\u00fcr Nette Menschen\u201c noch der Hidden Track. Die scheinbare Ruhe nach dem Sturm. Vogelgezwitscher. Friedliche Gitarren. Ein letzter Versuch, an das Gute zu glauben.\r\n\r\nBis eine Wartemarke abl\u00e4uft.\r\n\r\nDann geht alles wieder von vorne los.\r\n\r\nVisuell lebt das Projekt in einem lumineszierenden Paralleluniversum aus silbernen Logos, kosmischen Formeln, transparenten Datenw\u00fcrfeln, pink-blauen Energieadern, violetten Nebeln und elektronischen Landschaften. Jeder Track wird zu einem Kapitel einer futuristischen Alltagsmythologie: Die kleinen Szenen des Lebens werden nicht nur beobachtet, sondern in ein leuchtendes, \u00fcberzeichnetes Frequenzuniversum gehoben. Die schlechte Laune wird nicht glorifiziert \u2014 sie wird so absurd gro\u00df dargestellt, dass sie ihren Schrecken verliert und am Ende nur noch tanzen kann.\r\n\r\n\u201eSei Doch Einfach Mal Ein Netter Mensch\u201c ist damit ein Projekt \u00fcber Geduld, R\u00fccksicht, Selbstbeherrschung, innere Monologe und die fragile Kunst, im Alltag nicht aus einer Kleinigkeit einen Krieg zu machen.\r\n\r\nEs ist ein Album f\u00fcr Menschen, die schon einmal an einer Kasse standen und dachten:\r\nDas kann doch jetzt nicht wirklich passieren.\r\n\r\nF\u00fcr Menschen, die im B\u00fcro \u201ekurz\u201c geh\u00f6rt haben und innerlich bereits ihre K\u00fcndigung auf einer Serviette formulierten.\r\n\r\nF\u00fcr Menschen, die in der Bahn auf eine Tasche starren und sich fragen, ob sie h\u00f6flich fragen oder einfach einen eigenen Sitzplatz aus dem Fenster bauen sollen.\r\n\r\nF\u00fcr Menschen, die im Stra\u00dfenverkehr wissen, dass ein Blinker kein Zeichen von Schw\u00e4che, sondern ein kleines blinkendes Wunder der Zivilisation ist.\r\n\r\nUnd f\u00fcr alle, die manchmal freundlich bleiben.\r\nManchmal scheitern.\r\nManchmal lachen.\r\nUnd manchmal einfach den Bass aufdrehen.\r\n\r\nDenn vielleicht ist die Welt nicht zu retten, indem wir jeden Tag perfekt sind.\r\n\r\nAber vielleicht wird sie ein kleines bisschen ertr\u00e4glicher, wenn wir uns zwischendurch daran erinnern:\r\n\r\nSei doch einfach mal ein netter Mensch.\r\n\r\nUnd wenn gar nichts mehr hilft \u2026\r\n\r\n\u2026 dann tanzen wir das kurz raus.","thumbnail_url":"https:\/\/img.hearthis.at\/8\/5\/7\/_\/uploads\/10969032\/image_track\/14560306\/w1200_h628_q70_ptrue_v2_m1783254193----cropped_1783254187758.jpg?m=1783254193","thumbnail_width":1200,"thumbnail_height":628,"html":"<iframe style=\"border-radius: 10px;\" scrolling=\"no\" id=\"hearthis_at_set_551628-10969032\" width=\"100%\" height=\"350\" src=\"https:\/\/hearthis.at\/set\/551628-10969032\/embed\/XTSmL\/\" frameborder=\"0\" allowtransparency allow=\"autoplay\"><\/iframe>","author_name":"DJ Ph@ttman","author_url":"https:\/\/hearthis.at\/rene-mischel\/"}