Carsten Hokema über Lukas 1, 56-80

Die Geburt von Johannes

Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabeth und kehrte dann nach Hause zurück. Danach kam für Elisabeth die Zeit der Geburt und sie brachte ihren Sohn zur Welt. Die Menschen in ihrer Umgebung und ihre Nachbarn hörten davon. Da lobten sie Gott, weil er ihr so deutlich seine Freundlichkeit und bedingungslose Gnade geschenkt hatte.

Am achten Tag nach der Geburt kamen sie alle zum Beschneidungsfest des Kindes zusammen. Dabei wollten sie ihm den Namen Zacharias geben, weil sein Vater auch diesen Namen trug. Da unterbrach seine Mutter: »Nein, sondern er soll Johannes heißen!« Sie erwiderten: »Warum? Keiner in deiner Verwandtschaft trägt diesen Namen!« Sie fragten seinen Vater in Zeichensprache, wie er ihn nennen wollte. Der verlangte nach einer Schreibtafel und schrieb dann darauf: »Sein Name ist Johannes!« Da staunten alle sehr. Mit einem Mal öffnete sich sein Mund wieder, seine Zunge löste sich und er begann, Gott zu loben. Alle ihre Nachbarn wurden von Ehrfurcht erfasst und überall im Bergland von Judäa erzählten die Leute von all diesen Ereignissen. Und alle, die das hörten, wunderten sich darüber und fragten sich: »Was wird wohl noch aus diesem Kind werden?« Und es war wirklich so: Die gute Hand Gottes begleitete den Jungen.

Der Lobpreis von Zacharias

Da wurde sein Vater Zacharias vom heiligen Gottesgeist erfüllt. Unter dessen Eingebung sprach er prophetische Worte:

»Gelobt sei der Herr! Er ist der Gott des Volkes Israel! Er hat sein Volk mit Liebe angesehen und ihm Erlösung geschenkt. Im Haus Davids, seines Dieners, hat er ein mächtiges Zeichen der Errettung aufgerichtet. So hat er es seit ewigen Zeiten
durch seine heiligen Propheten vorausgesagt. Er schenkt uns Errettung vor unseren Feinden und von allen, die uns mit Hass begegnen. Auch dadurch wollte er unseren Vorfahren seine Freundlichkeit zeigen und seinen heiligen Bundesschluss in die Tat umsetzen. Er löst den Eid ein, den er unserem Vorvater Abraham geschworen hat. Ja, Gott hat uns versprochen: Er befreit uns aus der Hand unserer Feinde. So können wir ihm ohne Furcht heilig und gerecht dienen, solange wir leben. Und du, Kind, wirst Prophet des höchsten Gottes genannt werden. Du wirst dem Herrn vorangehen, um seine Wege vorzubereiten. So wirst du seinem Volk helfen, zu erkennen, dass er sie retten und ihre Sünden vergeben will. So barmherzig wendet sich Gott uns zu, ja, wie ein Sonnenaufgang, der die Dunkelheit vertreibt. Alle, die unter dem Todesschatten leben, können aufatmen. Er wird uns auf den Weg des Friedens führen!«

Das Kind wuchs heran und wurde stark durch Gottes Geist. Später hielt Johannes sich in den einsamen Wüstengegenden auf bis zu dem Tag, an dem er öffentlich vor dem ganzen Volk Israel auftrat.

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