Ist Vorliebe für Harmonie angeboren?
In der Musik empfinden wir bestimmte Intervalle als harmonisch und angenehm, andere als unangenehm und dissonant. Aber warum? Ist diese Vorliebe für harmonische Klänge instinktiv und damit angeboren? Eine Studie bei Mitgliedern des Amazonas-Volks der Tsimane spricht gegen diese Vermutung. Denn sie empfinden harmonische oder disharmonische Töne als gleich angenehm.
„Unsere Studie deutet darauf hin, dass die Vorliebe für Konsonanz höchstwahrscheinlich nicht angeboren ist“, konstatieren McDermott und seine Kollegen. Auch harmonische Klänge der Natur, wie beispielweise Vogelrufe, scheinen keinen Einfluss auf das musikalische Grundempfinden zu haben. „Stattdessen ist diese weitverbreitete Vorliebe offenbar durch den Kontakt mit der westlichen Musikkultur geprägt“, so McDermott. „Die Kultur spielt demnach für unsere ästhetische Reaktion auf Musik eine dominante Rolle.“
Quelle:
Josh McDermott (Cambridge), Nature, doi: 10.1038/nature18635

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    • 121 bpm
    • Key: Gm
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