MATZ ERNST - INVOKATION 1

Ich glaube an die Unermesslichkeit des magischen Bewusstseins, den reinen Glanz schöpferischer Energie.
Ich glaube an die Allmacht des zauberischen Willens, die konzentrierte Absicht der inkarnierten Göttlichkeit.
Ich glaube an die Unsterblichkeit der atavistischen Nostalgie, das unauslöschbare Feuer des gesegneten Künstlers.
Ich glaube an die Wiedergeburt des Kindmagiers, die unschuldigen Wunder der vom individuellen Unrat befreiten Seele.
Ich glaube an die Vernichtung der barbarischen Gier, die Befruchtung der lichtgetränkten Blume, das unbegrenzte Wachstum der Sigillensaat.
Ich invoziere den Geist Austin Osman Spares, dem verrückt-genialen Propheten der ewig tanzenden Linie.
Ich invoziere den Geist William S. Burroughs', dem verdeckten Ermittler in den Schatten der Interzone.
Ich invoziere den Geist Chet Bakers, dem sentimentalen Unglücksraben mit dem goldenen Horn und der Engelsstimme.
Ich gebe mich hin den zahllosen Geistern der Chaossphäre, dem rasenden Taumel unbefleckter Erkenntnis, dem Rascheln hinter den Wänden.
Nichts wird mich jemals aufhalten, nichts mehr mich einengen, nichts meinen Aufstieg verhindern.

Ich glaube an die Kraft des persönlichen Rituals, an die Wirksamkeit der unbewussten Collage, den Funken der automatischen Poesie.
Ich glaube an die Kraft des inneren Mantras, an das Echo des kosmischen Urklangs, die Macht der allgegenwärtigen Schwingung.
Ich glaube an die Glut des tantrischen Feuers, an die Realität des Unmöglichen, die Manifestation der zauberischen Absicht.
Ich glaube an die Existenz der chaoistischen Freiheit, an die Fleischwerdung des Gedankens, die Negation der Kausalität.
Ich glaube an die Kreation der Wirklichkeit, an die Unmöglichkeit des Todes, die Wirklichkeit des sinnstiftenden Wortes.
Ich invoziere den Geist Hans Rudolf Gigers, dem Erschaffer der Biomechanoiden, Vater der Astreunuchen.
Ich invoziere den Geist Salvador Dalis, dem geistesgestörten Egomanen, Imperator des Surrealen.
Ich invoziere den Geist Eliphas Levi Zaheds, dem Träger der astralen Laterne, Postulator der allmächtigen Willenskraft.
Ich gebe mich hin der mühelosen Vervollkommnung meiner Selbst, der endlosen Ausdehnung meines göttlichen Kerns, der Ewigkeit im Augenblick.
Nichts wird mich jemals aufhalten, nichts mehr mich einengen, nichts meinen Aufstieg verhindern.

Ich glaube an die Dämmerung eines neuen Zeitalters, an den Fall der Bürotürme, den Brand in den Kellern des kapitalistischen Molochs.
Ich glaube an die ätherischen Muster des Metaversums, an das Transzendieren der Paradigmen, die verborgene Symmetrie im ewigen Chaos.
Ich glaube an den psychohistorischen Mechanismus der Äonik, an den Zerfall der Strukturen, die Auflösung des destruktiven Dilemmas.
Ich glaube an die Ankunft des chaoistischen Zeitalters, an die Wiederbelebung des alltäglichen Schamanismus, den Jubel der Unterdrückten.
Ich glaube an den letztgültigen Aufstand der Hungernden, an den Fall der Monotheismen, an die Befreiung der Quantengötter.
Ich evoziere den Geist des Adlerdrachens Prometheus-Luzifer, des großen Provokateurs, Herausforderer des Himmels.
Ich evoziere den Geist des gehörnten Meisters Baphomet, das magische Feld der Gesamtheit allen Lebens.
Ich evoziere den Geist Pan-Shiva-Kalis, den Geist der dualen Ekstase, Gott des wachsenden Keimes und des wurmzerfressenen Kadavers.
Ich gebe mich hin der unendlichen Selbstliebe, den preschenden Hufen der wilden Jagd, dem schwarzen Feuer des Zos Kia Cultus.
Nichts wird mich jemals aufhalten, nichts mehr mich einengen, nichts meinen Aufstieg verhindern.

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