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	<title>Nicht dumm, nur anders verdrahtet: Legasthenie und Dyskalkulie im Beruf</title>
	<description><![CDATA[**Nicht dumm, nur anders verdrahtet: Legasthenie und Dyskalkulie im Beruf**

Nach der Sommerpause wagen sich Julie und Walter an ein Thema, das bisher noch nicht vorkam, aber eindeutig zur Neurodivergenz gehört: Legasthenie und Dyskalkulie. Es geht um die neurologischen Grundlagen von Lese-Rechtschreib- und Rechenstörungen, um hartnäckige Vorurteile und um die Frage, warum diese Störungen im Berufsleben oft unsichtbar bleiben – bis sie Karrieren bremsen. Mit Selbstexperimenten, aktuellen Studien und konkreten Tipps für Führungskräfte zeigt die Folge, was Unternehmen tun können, damit Betroffene nicht länger doppelt so hart kämpfen müssen.

**Takeaways**
Legasthenie betrifft 5–10 % der Bevölkerung, Dyskalkulie 3–5 % – beides wächst sich nicht aus und bleibt bis ins Erwachsenenalter bestehen.
Beide Störungen sind neurologisch nachweisbar: Magnetstimulations-Experimente zeigen, dass sich Rechenleistung gezielt stören lässt, wenn bestimmte Hirnareale blockiert werden.
Legasthenie hat nichts mit Intelligenz zu tun: Sie tritt bei jedem IQ-Niveau auf, und betroffene Gehirne aktivieren beim Lesen zusätzliche Areale, um dieselbe Leistung zu erbringen.
Rund 25–40 % der Menschen mit Legasthenie haben zusätzlich ADHS; eine gute Diagnostik screent deshalb beides mit.
Im Berufsleben bleibt Legasthenie oft unsichtbar, weil Betroffene früh lernen zu maskieren – etwa durch Anrufe statt E-Mails oder heimliches Gegenlesen durch Angehörige.
Eine US-Studie zeigt: 35 % der Selbstständigen zeigen Anzeichen von Legasthenie, aber nur 1 % der angestellten Konzernmanager:innen – Schriftlastigkeit im Recruiting wirkt als Karrierebremse.
Finnische Registerdaten belegen: Eine kindliche Rechenstörung erhöht im Erwachsenenalter das Risiko für Arbeitslosigkeit und Antidepressiva-Einnahme, besonders bei Frauen.
Führungskräfte können mit einfachen Mitteln viel bewirken: Diktier- und Vorlesefunktionen anbieten, Schriftlastigkeit hinterfragen, ein Vier-Augen-Prinzip ohne Beschämung etablieren.
Die Bewertung von Rechtschreib- oder Rechenfehlern gehört klar von der Bewertung der Person getrennt – Betroffene bemühen sich in aller Regel überdurchschnittlich.
**Chapters**
00:00 – Intro: Rückkehr aus der Sommerpause und neues Thema
01:38 – Erste Assoziationen: Was ist Legasthenie?
02:08 – Häufigkeit und Unsichtbarkeit im Job
03:23 – Dyskalkulie: Begriff und Häufigkeit
04:19 – Die Vorurteile-Übung mit Studierenden
05:35 – Legasthenie im Detail: Was passiert beim Lesen?
09:04 – Erblichkeit und der Zusammenhang mit ADHS
11:25 – Wie das Gehirn Lesen lernt: Vier Bausteine
13:56 – Experiment: Walter liest normale Sätze und Kunstwörter
18:58 – Dyskalkulie: Mengenverständnis und Alltag
21:49 – Der interparietale Sulkus und das Magnetfeld-Experiment
24:54 – Parallelen zu ADHS: Zeit, Raum und Impulsivität
28:38 – Matheangst versus Dyskalkulie
29:56 – Wie Legasthenie und Dyskalkulie zusammenhängen
30:24 – Wie läuft eine Diagnostik ab?
32:11 – Legasthenie am Arbeitsplatz: Maskieren und Kompensieren
33:43 – Karrierestudie: Selbstständigkeit versus Konzern
34:58 – Dyskalkulie im Job: Finnische Langzeitdaten
37:09 – Experiment: Kopfrechnen mit römischen Zahlen
44:37 – Quick Wins für Führungskräfte
48:45 – Wie spreche ich Mitarbeitende darauf an?
52:50 – Die Mythenblitzrunde
56:16 – Die wichtigste Erkenntnis der Folge
58:26 – Outro: Feedback, Fragen und Gästeaufruf

**Mehr zu den Hosts**
Julie Simstich (Psychologin &amp; Organisationsexpertin): www.hirnzigartig.at 
Walter Marinelli (Kreativ-Profi &amp; persönlicher Experte): www.marinelli.de
Keywords
Legasthenie, Dyskalkulie, Neurodivergenz, Neurodiversität, ADHS, Rechenschwäche, Lese-Rechtschreibstörung, Arbeitspsychologie, Führung, Neuroinklusion, Diagnostik, Karriere, Vorurteile, Gehirnforschung, Business
Studien &amp; Quellen
Logan, J. (2009). Dyslexic entrepreneurs: The incidence, their coping strategies and their business skills. Dyslexia, 15(4), 328–346. – Quelle für die Zahlen zu Selbstständigen vs. Konzernmanager:innen.
Aro, T., Eklund, K., Eloranta, A.-K., Närhi, V., Korhonen, E., &amp; Ahonen, T. (2019). Associations between childhood learning disabilities and adult-age mental health problems, lack of education, and unemployment. Journal of Learning Disabilities, 52(1), 71–83. – die finnische Registerstudie zu Dyskalkulie, Arbeitslosigkeit und Antidepressiva.
Cohen Kadosh, R., Cohen Kadosh, K., Schuhmann, T., Kaas, A., Goebel, R., Henik, A., &amp; Sack, A. T. (2007). Virtual dyscalculia induced by parietal-lobe TMS impairs automatic magnitude processing. Current Biology, 17(8), 689–693. – das Magnetstimulations-Experiment zur „virtuellen Dyskalkulie&quot;.
Willcutt, E. G., &amp; Pennington, B. F. (2000). Comorbidity of reading disability and attention-deficit/hyperactivity disorder: Differences by gender and subtype. Journal of Learning Disabilities, 33(2), 179–191. – Basis für die 25–40 % Komorbidität von Legasthenie und ADHS.
Gialluisi, A. et al. (2021). Genome-wide association study reveals new insights into the heritability and genetic correlates of developmental dyslexia. Molecular Psychiatry, 26, 3004–3017. – aktuelle Zwillings- und GWAS-Daten zur 40–70 % Erblichkeit von Legasthenie.]]></description>
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	<author_name>Marinelli</author_name>
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